Was Männer über Weine wissen müssen

Wenn man über Weine gar nichts weiß, dann fällt man heute nicht mehr nur im Privatleben negativ auf. Auch bei Businessmeetings gehört das Thema inzwischen fest zum lockeren Smalltalk dazu. Doch zum Glück ist es nicht viel, was Männer über Weine wissen müssen.

Was Männer über Weine wissen müssen

Ein grundlegendes Wissen zum Thema Wein ist privat und beruflich von Vorteil. (Foto: Nova)

Auch wenn man kein großer Weinkenner ist, solle man sich einfach auf den eigenen Geschmack verlassen, empfiehlt der Weinexperte Wolfgang Staudt, der gerade ein Buch zum Thema Wein geschrieben hat.

Viel wichtiger sei es, dass man weiß, wie der Wein serviert werden muss. Vor allem die Temperatur des Weines beim Servieren sei wichtig, so Wolfgang Staudt. In Deutschland werde Rotwein oft zu warm serviert und Weißwein zu kalt.

Wie warm muss der Wein sein?

„Hierzulande hält sich das Gerücht, Rotwein solle Zimmertemperatur haben. Doch diese Aussage stammt vielleicht aus dem 17. Jahrhundert und da waren die Räume einfach deutlich kühler als heute“, sagt Wolfgang Staudt im Interview mit dem Manager-Magazin.

Rotwein sollte eine Temperatur zwischen 14 und maximal 18 Grad Celsius haben, „leichte Rotweine eher zwischen 14 und 16 Grad Celsius“, so Wolfgang Staudt. Beim Weißwein rät er zu der Regel: Je schlechter der Wein, desto kälter.

Aber selbst ein guter Weißwein muss beim Servieren deutlich kälter sein als Rotwein. Nach Ansicht von Wolfgang Staudt sollte ein guter Rotwein 12 bis 13 Grad Celsius kalt sein. Die Temperatur des Weines sei „essentiell“.

Zudem soll man „natürlich“ auch die Umgebung gut auszuwählen, in der man den Wein anbietet, sagt der Weinexperte. Nicht zu empfehlen seien etwa stickige Räume oder Wolken von Parfüm.

Welche Gläser sind die richtigen?

Auch solle man Wein nicht aus geschliffenen Gläsern trinken. Zwar könne man natürlich Weißweingläser und Rotweingläser nutzen, sagt Wolfgang Staudt. Doch man könne auch einfach alles aus einem mittelgroßen Rotweinglas trinken. Schön sei es, wenn sich das Weinglas nach oben hin verjüngt. Denn so könne es den Geruch gut zur Nase transportieren.

Gläser seien wichtig für die sinnliche Wahrnehmung, sagt der Weinexperte. „Ich arbeite in meinen Seminaren manchmal mit schwarzen Gläsern, um zu zeigen, wie wichtig das Sehen beim Weintrinken ist. Plötzlich weiß man nicht mehr, ob man Rot- oder Weißwein trinkt.“

Irrglaube #1: Naturkorken ist besser

Außerdem müsse ein Wein atmen. Das ist nach Ansicht von Wolfgang Staudt richtig. Nicht richtig sei hingegen, dass es immer ein Naturkorken sein müsse. Ein guter Wein könne seiner Meinung nach auch einen Drehverschluss haben.

Irrglaube #2: Weine müssen atmen

Ein weiterer Irrglaube sei es, dass man Rotweinflaschen früher öffnen müsse, um den Wein atmen zu lassen. Denn dabei passiere in Wirklichkeit gar nichts.

„Wenn Sauerstoff an den Rotwein dran soll, dann benötigt man einen Dekanter“, so Wolfgang Staudt. Und das sei eigentlich nur für Rotweine sinnvoll, die noch jung und nicht voll gereift sind. In der Karaffe oder im Dekanter solle der Wein dann schnell das nachholen, was er bisher nicht erreicht habe.

Irrglaube #3: Weine werden im Alter besser

Ein dritter Irrglaube sei die Annahme, dass Weine mit zunehmenden Alter besser werden. Für 99 Prozent aller Weine ist das laut Wolfgang Staudt nicht der Fall. Die allermeisten Weine müsse man innerhalb der ersten zwei Jahre trinken.

Es gebe nur ganz wenige Ausnahmen, die mit dem Alter besser werden. Dies sind hervorragende Bordeaux-Weine oder allerbeste Süßweine, die auch bis zu 100 Jahre alt werden können und dabei nicht an Qualität verlieren.

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