Keine Passwörter mehr: Mastercard setzt auf Selfies

Passwort vergessen? Kein Problem, denn bei Mastercard kann man sich schon bald mit einem Selfie verifizieren. Die Zeiten von Zugangsdaten und Passwörtern sind vielleicht schneller vorbei als man denkt. Aber ist diese Methode denn sicher?

Mastercard schafft Passwörter ab, setzt auf Selfies

Vor zehn Jahren wusste noch niemand, was ein Selfie ist. (Foto: Patrik Nygren)

Mastercard macht Online-Banking attraktiver

Online Banking ist die Zukunft, aber keiner macht es gerne. Bis man mal die korrekte TAN-Nummer herausgesucht hat und alles doppelt bestätigt wurde, geht schon mal viel Zeit flöten. Bei Mastercard kann man bald Zahlungen viel einfacher und bequemer bestätigen.

Das neue System funktioniert mit der Frontkamera vom Smartphone. Wenn man zur Verifizierung gebeten wird, macht man ein Selfie. Dazu muss man auf den Auslöser drücken während man blinzelt. Alternativ könne man seine Identität auch mit einem Fingerabdruck bestätigen.

In den USA und in Holland wurde diese Methode bereits erfolgreich getestet, jetzt soll das System auf der ganzen Welt eingeführt werden. Ab der zweiten Hälfte diesen Jahres sollen mehr als 12 Länder in den Genuss des passwort-losen Bezahlens kommen. Darunter sind zum Beispiel Groß Britannien und Deutschland.

Im Prinzip wird es eine App auf dem Handy geben, dass anhand der Gesichtsform oder dem Fingerabdruck die eigene Identität feststellen kann. Das erspart nicht nur die Gefahr von Passwortdieben, es soll digitales Bezahlen ungemein vereinfachen.

Blinzeln: Raffinierte Methode

Normale Transaktionen werden vorerst wie gewohnt vonstattengehen. Die Verifizierung via Selfie soll zu Beginn bei zusätzlichen Authentizitäts-Checks verwendet werden. Auf dem PC, dem Tablett und auf dem Smartphone kann man sich so bequem identifizieren, schreibt das manager-magazin.

Mastercard hat sich eine intelligente Methode überlegt, um möglichen Missbrauch zu erschweren. Wenn man das Foto für die Verifizierung macht, muss man blinzeln. Sonst könnte man ja auch einfach ein Foto vor die Kamera halten. Dieses wird dann mit einem Foto in der Datenbank abgeglichen. Nur gut, dass man die Fotos, auf denen man die Augen zu hat, immer gleich löscht.

Datenschutz ahoi. oder ade?!

In manchen Ländern wird es wahrscheinlich schwierig werden, die neue Zahlmethode durchzusetzen. Gerade hier in Deutschland sind wir eigentlich immer Pro Datenschutz. Wenn man bei jeder Transaktion gebeten wird, ein Selfie von sich zu machen, bekommt man schon schnell mal ein mulmiges Gefühl im Bauch. Banken und Zahlungsdienstleisten wissen ohnehin schon genug über uns.

Auch wenn sich die Idee mit den Selfies am Anfang super lustig und raffiniert anhört, wer hat den schon Lust ständig ein Selbstportrait von sich zu machen? Zuhause ist das in Ordnung, in der U-Bahn schon weniger. Die Methode mit dem Fingerabdruck hört sich schon praktikabler an.

Wie sicher ist die neue Methode von Mastercard?

Mastercard geht eindeutig mit der Zeit, Smartphones werden immer besser und verlässlicher. Biometrische Daten, wie ein Selfie oder ein Fingerabdruck, können inzwischen mit fast jedem mobilen Gerät mit Kamera erfasst werden. Ausgereifte Technik sollte in das tägliche Leben eines Jeden mit integriert werden, denn es macht unseren Alltag deutlich effizienter.

Auf der anderen Seite kann man die Sicherheit von biometrischen Daten noch nicht garantieren. Mastercard hüllt sich zum Thema Schutzmaßnahmen auch noch in Schweigen. Experten warnen aber jetzt schon vor noch unbekannten Gefahren, die man bis dato noch nicht absehen kann. Der Chaos Computer Club (CCC) hat bereits vor einiger Zeit gezeigt, dass Sicherheitsmechanismen für biometrische Daten einfach auszutricksen sind.

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