Investoren erwarten Milliardengewinne mit Cannabis

Diese acht großen amerikanischen Investment-Firmen investieren viele Millionen Dollar ins Marihuana-Geschäft und hoffen auf Milliardengewinne mit Cannabis. Denn seit der Legalisierung in 23 US-Bundesstaaten boomt das Geschäft mit medizinischem Marihuana.

Investmentfonds hoffen auf Milliardengewinne mit Cannabis

Kann man Milliardengewinne mit Cannabis machen?

Amerikanische Investment-Firmen haben viele Millionen Dollar in den boomenden Cannabis-Sektor gesteckt. Denn laut Prognosen des Marijuana Business Daily könnte der Umsatz in diesem Sektor allein in den USA bis 2019 auf 8 Milliarden Dollar anwachsen.

Arc View Group

„Die Cannabis-Industrie ist noch jung“, sagt Steve DeAngelo, Chef der Arc View Group. Es gebe großartige Investitions-Chancen, aber man brauche Zeit, diese zu finden. „Man braucht Erfahrung und muss das Geschäft verstehen.“ Zudem erfordere das Management den Investoren mehr ab, als andere Formen der Geldanlage.

Die Arc View Group unterstützt Cannabis-Firmen auf der Suche nach Investoren. Die Gruppe hat bereits für 54 derartige Firmen insgesamt 41 Millionen Dollar Kapital vermittelt. Der Boom begann bereits im Jahr 2012, als eine Welle neuer Investoren und Unternehmer in den Marihuana-Sektor eintrat.

In den USA ist die verfügbare Menge an Kapital zur Finanzierung von Start-Ups riesig. Manche fürchten bereits eine Blase, weil zu viel Geld für zu wenige wirklich werthaltige Unternehmen bereitsteht. So sieht es auch Douglas Leighton, Gründer von Dutchess Capital. „Es gibt zu viel Geld und zu wenige Deals“, zitiert ihn das Magazin Forbes.

Dutchess Capital

Dutchess Capital ist ein Manager für Investment-Fonds und nicht nur im Marihuana-Sektor tätig. Das Unternehmen wurde 1995 gegründet. Gründer Douglas Leighton entschied sich für den Einstieg in den Marihuana-Sektor, nachdem der US-Bundesstaat medizinisches Massachusetts Cannabis legalisierte.

„Unser gesamtes Portfolio liegt nördlich von 25 Millionen Dollar und wir werden wahrscheinlich im Jahr 2015 weitere 10 Millionen Dollar hinzufügen“, sagt Douglas Leighton. Dutchess Capital hat in das Getränkeunternehmen Dixie Ellixirs investiert und in die Marihuana-Internetplattform Mass Roots (MSRT), die kürzlich an die Börse ging.

Dutchess Capital hat bereits Geld an Investoren zurückgezahl. Die Firma trennte sich von einem Teil der Anteile an Mass Roots, als dies an die Börse ging. Gründer Douglas Leighton hat festgestellt, dass seine Investoren in der Altersgruppe zwischen 45 und 60 sind. Sie sind erfolgreiche Geschäftsleute und haben keine Hemmungen, mit sündhaften Investments Geld zu verdienen.

Privateer Holdings

Die Investment-Firma Privateer Holdings hat sich kürzlich ein Investment in Höhe von 75 Millionen Dollar vom Founders Fund gesichert, einem Wagniskapitalunternehmen mit Sitz in San Francisco. Der Founders Fund von Peter Thiel hat in der Vergangenheit mehrere Gewinner ausgewählt, darunter Facebook, Airbnb, Spotify und SpaceX.

Damit erhöht sich die Finanzierung von Privateer Holdings auf 82 Millionen Dollar. Das ist viel für eine Firme, die erst im Jahr 2010 gegründet worden ist. Privateer Holdings hat in die Cannabis-Webseite Leafly investiert und in den kanadischen Cannabis-Anbauer Tilray.

Außerdem hat Privateer Holdings in Marley Natural investiert, eine nach Bob Marley benannte Lifestyle-Marke, die sowohl Cannabis als auch das dazugehörige Zubehör verkauft. Privateer Holdings ist der größte und bekannteste der Fonds in diesem Sektor.

Der CEO von Privateer Holdings, Brendan Kennedy, schätzt die globale Cannabis-Industrie auf 150 Milliarden Dollar. Diese befinde sich derzeit auf dem Weg in die Legalität. Dazu müssten Mainstream-Marken entstehen. „Marley Natural wird eine solche globale Mainstream-Marke sein“, sagte er Ende 2014.

Poseidon Asset Management

Poseidon Asset Management ist ein Marihuana-Hedgefonds, der von dem Geschwisterpaar Emily & Morgan Paxhia gegründet wurde. Die beiden kamen in den Sektor, nachdem ihre Eltern an Krebs gestorben waren. Im Hospiz war der Konsum von Cannabis empfohlen worden.

Der Hedgefonds wurde im Jahr 2014 gegründet. Die Geschwister Paxhia hoffen, 15 bis 20 Millionen Dollar einzusammeln. Dieses Ziel ist etwas bescheidener als das von Privateer Holdings. Emily Paxhia ist vorsichtig wegen der schnellen Zunahme an Investoren: „Es gibt eine Menge Geld in diesem Bereich, und die Deals sind nicht immer die besten.“

Ihr Bruder Morgan Paxhia sagt: „Eine unserer Kernüberzeugungen ist Effizienz und das Nutzen von Technologien.“. Daher konzentriert sich Poseidon Asset Management auf Software für Verkaufsstellen, auf Software für die Beleuchtung und auf die Unterstützung von Patienten. Die Geschwister sind im Vorstand der „Vereinigung der verantwortungsvollen Cannabis-Aktiengesellschaften“ – Association of Responsible Cannabis Public Companies (ARCPC).

Salveo Capital

Salveo Capital um Alex Thirsch ist ein Private-Equity-Fonds mit Sitz in Chicago. Alex Thirsch hatte sich ursprünglich im US-Bundesstaat Illinois um eine Lizenz zum Verkauf von Marihuana beworben, diese jedoch nicht bekommen. Ein Teil des Geldes von Salveo Capital stammt noch von Investoren aus dieser Zeit.

Salveo Capital befindet sich noch in der Phase des Einsammelns. Das Finanzierungsziel liegt bei 16 bis 25 Millionen Dollar. „Ich bin sicher, dass wir das in Kürze erreichen werden, und wir rechnen bereits mit der Gründung eines zweiten und dritten Fonds“, sagte Alex Hirsch.

Er habe nicht viel tun müssen, um Investoren zu finden, sagt Alex Hirsch. „Die Investoren wollen rein, aber sie sind nicht sicher, wie sie es tun sollen.“ Er musste auch nicht viel nach Investitionsmöglichkeiten suchen. „Wir haben mehr Nachfragen um Kapital erhalten und viele Business-Pläne gesehen.“

Greenleaf Joint Ventures

Greenleaf Joint Ventures stellt Kapital für Start-Ups im Bereich Cannabis und Hanf zur Verfügung sowie für bereits bestehende Unternehmen. Zudem ist Greenleaf Joint Ventures als Unternehmensberatung und im Immobiliengeschäft tätig.

Greenleaf Joint Ventures hat 250.000 Dollar in CrowdFundConnect investiert. Dieses Unternehmen wird mit einer weiteren Greenleaf-Firma mit dem Namen CannaFundr zusammenarbeiten an einem auf Aktien basierenden Investment für zugelassene Anleger mit dem Fokus Cannabis.

Greenleaf Joint Ventures hat auch in Hemp Inc., Kraftwurx Technology und Common Bond Collaborative investiert. Zudem hat es bei der Finanzierung von Hempitecture geholfen. Hempitecture baut mit Hanf-Wänden und wurde durch Kickstarter gegründet. Diese offene Liste von Projekten ist ein positives Signal für Investoren.

Emerald Ocean

Emerald Ocean ist eine Beratungsfirma für Wagniskapital. Zum Management-Team gehören der Gründer von WeedMaps.com Justin Hartfield und Doug Francis, Präsident der Ghost Group und langjähriger Cannabis-Unternehmer. Auch Bonnie Goldstein gehört zum Team, ein Arzt, der sich auf die Behandlung mit Cannabis spezialisiert hat. Er ist Chefarzt von Canna-Centers.

Zwar hat Emerald Ocean eine ganze Reihe großartiger Mitarbeiter, doch es existieren nur wenige Informationen darüber, was die Firma seit ihrer Gründung im Jahr 2013 gemacht hat. Auf der Firmen-Webseite heißt es lediglich, dass Emerald Ocean Unternehmen „durch vertikale Integration“ erwerben wird. Man werde als „Starbucks“ und „Bacardi“ des Marihuana-Sektors operieren.

High Times Growth Fund

Der High Times Growth Fund wurde im Jahr 2014 gestartet. Es war geplant, innerhalb von zwei Jahren 100 Millionen Dollar einzusammeln. Die Investitionen werden voraussichtlich zwischen 2 und 5 Millionen Dollar liegen, wodurch das Unternehmen eine Art Wagniskapital- oder Beteiligungskapital-Fonds wird.

Der Fokus des High Times Growth Fund soll bei Zulieferbetrieben liegen. Doch es gibt wenige konkrete Informationen über den Fonds. Die Webseite macht keine Aussagen zum Portfolio oder zur eingesammelten Geldmenge.

Das starke Interesse der Investoren an relativ kleinen Unternehmen erinnert an die Dot-Com-Ära. Doch im Unterschied zu damals sind die Investoren im Marihuana-Sektor vorsichtiger. Sie sind sehr selektiv im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit und die Zukunft ihrer Unternehmen.

Die Strategie der genannten Investment-Firmen besteht darin, früh einzusteigen und sich als Experten in dem Bereich zu etablieren. Dieses Vorgehen soll ihnen die erhofften Milliardengewinne mit Cannabis ermöglichen.

Zwar haben 23 US-Bundesstaaten die medizinische Verwendung von Marihuana bereits legalisiert, doch Investitionen in dem Sektor bleiben trotzdem noch eine Art Tabu. Denn diese Investitionen fallen wie Casinos und Tabak in die Kategorie „Sünde“.

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