Wo in Deutschland leben die meisten Milliardäre?

In welchen Bundesländern leben die meisten Milliardäre? Anscheinend gefällt es ihnen im Westen Deutschlands um einiges besser als im Osten. In Nordrhein-Westfalen leben 30 Milliardäre, im Saarland hingegen lebt nur ein einziger Milliardär. 

Warum gefällt es den Milliardären wohl im Westen besser? (Foto: Jiuguang Wang)

Warum gefällt es den Milliardären wohl im Westen besser? (Foto: Jiuguang Wang)

Die neuen Bundesländer haben eine besonders schlechte Quote. Nicht ein einziger Milliardär wohnt in Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen oder Sachsen-Anhalt. Das sind die fünf östlichsten Bundesländer in Deutschland. Offentsichtlich bietet außer Berlin kein Land im Osten genug Anreiz zum Wohnen.

Hamburg überrascht ebenfalls. Hier wohnen zwar im Vergleich zu den anderen Ländern vergleichsweise wenig Menschen, der Prozentsatz der Milliardäre ist dafür aber bemerkenswert hoch. Insgesamt sind 16 der 1,746 Millionen Menschen super reich.

Dagegen schneidet Niedersachsen mager ab. Inmitten 7,779 Millionen Menschen wohnen nur fünf Milliardäre. Die Konzentration ist viel geringer als in der Hansestadt, so Wealth-X. Hamburg teilt sich den konzentriertesten Anteil mit Köln und München. In diesen Städten gefällt es mit großem Geldbeutel anscheinend am besten. München und Hamburg sind mit unter den teuersten Städten Deutschlands. Köln schafft es in dieser Liste nicht mit in die Top 10.

Statistisch gesehen verteilen sich die Milliardäre sonst aber relativ gleichmäßig im Land. Im Gegensatz zu anderen Ländern beheimaten wir vor allem Landsmänner. Der Ausländeranteil in der exklusiven Oberschicht ist sehr gering. In Großbritanien ist es zum Beispiel umgekehrt. Dort befinden sich mehr ausländische Milliardäre als einheimische.

Wurde der Reichtum selbst erarbeitet?

76 Prozent der deutschen Milliardäre haben ihren Reichtum nicht selbst erarbeitet. Sie haben einen Teil ihres Vermögen geerbt. Das bedeutet aber nichts schlechtes. Wenn Familien ihren Reichtum über mehrere Generationen halten können, ist das eine wahre Glanzleistung. Es gelingt nicht vielen, einen solchen Lebensstandard an seine Liebsten zu vermachen. In Russland haben fast alle Superreiche ihren Reichtum selbst kreiert. Hier sind es nur 3 Prozent, die ihr Geld wenigstens zum Teil erbten.

Ein bekanntes Beispiel sind die Gebrüder Karl und Theo Albrecht. Mit Aldi haben sie ihren Reichtum durch Innovation selbst erarbeitet. Ihr Vermögen wurde bis zu ihrem Tod auf jeweils circa 16 Milliarden Euro geschätzt.

Auch Lidl Gründer Dieter Schwarz wurde durch einen Discounter Supermarkt bekannt. Sein Vermögen belief sich nach letzter Schätzung auf 12 Milliarden Euro. Michael Otto hat sein Erbe gut verwaltet. Mit einer stattlichen Summe Geld die ihm vermacht wurde, ging er intelligent um und vermehrt sein Vermögen mit dem gleichnamigen Versandhaus. Aus „viel“ machte er mehr.

Wer kann sich denn zu den glücklichen zählen?

Das Durchschnittsalter der 123 Milliardäre liegt bei 65 Jahren. Davon sind insgesamt 101 Männer.

Die meisten betreiben Fabriken und stellen etwas her. Dieser Anteil macht 14 Prozent aus. Die Lebensmittelbranche folgt auf dem zweiten Platz. Mit Finanzen haben nur 7 Prozent der Reichen ihr Geld gemacht.

In diesen Bundesländern leben die meisten Milliardäre in:

  1. Nordrhein-Westfalen:
    30 Milliardäre besitzen zusammen 96 Milliarden Euro
  2. Bayern
    27 Milliardäre besitzen zusammen 78 Milliarden Euro
  3. Baden-Württemberg
    25 Milliardäre besitzen zusammen 87 Milliarden Euro
  4. Hamburg
    16 Milliardäre besitzen zusammen 45 Milliarden Euro
  5. Rheinland-Pfalz
    8 Milliardäre besitzen zusammen 11 Milliarden Euro
  6. Hessen
    6 Milliardäre besitzen zusammen 20 Milliarden Euro
  7. Nieder-Sachsen
    5 Milliardäre besitzen zusammen 17 Milliarden Euro
  8. Berlin
    2 Milliardäre besitzen zusammen 7,1 Milliarden Euro
  9. Schleswig-Holstein
    2 Milliardäre besitzen zusammen 3,6 Milliarden Euro
  10. Bremen
    1 Milliardär besitzt 1,8 Milliarden Euro
  11. Saarland
    1 Milliardär besitzt 1,8 Milliarden Euro
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